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Gegner von Atomkraft haben am Wochenende gemeinsam demonstriert. Sie fordern auch Deutschlands Nachbarländer auf, ihre Atomanlagen abzuschalten.
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Vierter Castor nach Ahaus

Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten morgen (19. Mai) den vierten Castor-Transport nach Ahaus und kündigen neue Proteste in Jülich und Ahaus an.

Veröffentlicht: Montag, 18.05.2026 10:32

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Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten morgen (Di., 19.05.) den vierten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Nach Angaben der Initiativen hat es schon bei den ersten drei Transporten Pannen und Sicherheitsmängel gegeben, unter anderem im Bereich von Brücken und bei der technischen Absicherung. Die Organisationen kritisieren, dass die Transporte das Atommüllproblem nicht lösen. Das Zwischenlager in Ahaus ist nach aktuellem Stand nur bis 2036 genehmigt, ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland gibt es nach wie vor nicht. Insgesamt sollen 158 Castoren nach Ahaus gebracht werden. Bleibt es bei einem Behälter pro Fahrt, wären nach dem vierten Transport noch 154 weitere Transporte quer durch Nordrhein-Westfalen möglich.

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Proteste in Jülich und Ahaus geplant

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Die Atomkraftgegnerinnen und -gegner haben mehrere Protestaktionen angekündigt. In Jülich ist ab 18:00 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum geplant. Am Bahnhof in Ahaus startet um 18:30 Uhr eine Fahrrad-Demonstration durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort soll es ab 19:00 Uhr an der Kreuzung Schorlemerstraße/Schöppinger Straße eine Kundgebung mit Dauer-Mahnwache geben. Für 19:30 Uhr ist zudem eine weitere Fahrrad-Demonstration angekündigt. Sie soll zum Zwischenlager sowie zur Autobahnbrücke über die A31 auf der Schöppinger Straße führen. Dort ist ein Aktions-Picknick vorgesehen, bevor die Demonstration zur Mahnwache zurückkehrt.

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Kritik an Sicherheits- und Entsorgungskonzept

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Die Initiativen werfen Behörden und Politik vor, beim Schutz der Transporte Sicherheitsrisiken in Kauf zu nehmen. Sie verweisen auf Probleme bei den bisherigen Fahrten, etwa bei der Überwachung in Ahaus, bei der technischen Vorbereitung eines Transportfahrzeugs und beim Polizeischutz des Konvois. Zudem kritisieren sie, dass durch wiederkehrende Abläufe Termine und Fahrtzeiten besser vorhersehbar würden. Nach Angaben der Initiativen stehen aktuell 149 Castoren in Jülich. Sie fordern von Bund und Land, die Transporte zu stoppen und die Entsorgung hochradioaktiver Abfälle neu zu ordnen. Aus Sicht der Protestgruppen braucht es mehr Transparenz, belastbare Sicherheitskonzepte und eine langfristig tragfähige Lösung für die Lagerung von Atommüll in Deutschland.

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