
Münster plant Modellquartier für Wohnen und Forschung
Im Westen von Münster soll ein neues Modellquartier entstehen, das bezahlbares Wohnen, Spitzenforschung und viel Grün miteinander verbindet. Auf dem rund 18 Hektar großen Gelände an der Busso-Peus-Straße sind bis zu 900 Wohnungen und etwa 2.000 wissenschaftsnahe Arbeitsplätze geplant. Den Auftakt bildet ein Forschungsgewächshaus der Fraunhofer-Gesellschaft, die dort Naturkautschuk aus Löwenzahn erforschen will.
Neues Quartier mit Wohnungen, Forschung und viel Grün
Stellt Euch eine heute noch offene Fläche im Westen Münsters vor, auf der in den kommenden Jahren ein neues Stadtviertel wächst: mit Wohnungen, Forschungseinrichtungen, Radwegen, Grünflächen und möglichst wenig Autoverkehr. Genau das planen die Stadt Münster und das Land Nordrhein-Westfalen an der Busso-Peus-Straße. Das rund 180.000 Quadratmeter große Gebiet liegt zwischen dem Wissenschaftspark und dem Stadtteilzentrum von Gievenbeck und befindet sich größtenteils im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit einer Kooperationsvereinbarung haben Stadt und Land den offiziellen Startschuss für die Entwicklung des Areals gegeben. Geplant ist ein Quartier, das verschiedene Ziele zusammenführt: bezahlbares Wohnen, wissenschaftsnahe Arbeitsplätze und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Im Zentrum soll ein Park als grüner Treffpunkt entstehen. Hinzu kommen ein dichtes Netz für den Fuß- und Radverkehr, Quartiersgaragen, gebündelte Mobilitätsangebote wie Carsharing und insgesamt ein Konzept mit wenig Autoverkehr.
Auch beim Klima setzt die Planung auf Zukunftsfähigkeit, zum Beispiel, Regenwasser nach dem Schwammstadtprinzip zu speichern und zu nutzen. Frischluftschneisen sollen im Sommer für Abkühlung sorgen. Bestehende Baumreihen und Wallhecken werden in einen „Grünen Ring“ eingebunden, der die unterschiedlichen Bereiche des Quartiers miteinander verbindet.
Fraunhofer startet mit Forschung zu Löwenzahnkautschuk
Das erste konkrete Forschungsprojekt steht schon fest: Das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME) plant im nördlichen Teil des Gebiets am Gievenbecker Weg bis 2030 ein Forschungsgewächshaus. Dort soll an der Gewinnung von Naturkautschuk aus Löwenzahn gearbeitet werden. Das Forschungsfeld gilt als Beitrag zu nachhaltigeren Lieferketten und zu nachwachsenden Rohstoffen für die Gummiindustrie. Ein erster Erfolg dieser Forschung ist nach Angaben der Stadt schon sichtbar: Ein Fahrradreifen aus Löwenzahnkautschuk ist schon auf dem Markt. Das geplante Gewächshaus soll nun den Auftakt für eine umfassendere Entwicklung des Fraunhofer-Instituts im neuen Quartier bilden. Die nächsten Planungsschritte laufen schon. Das Stadtplanungsamt und das Fraunhofer-Institut IME wollen die Planungen für das Forschungsgewächshaus am 28. April um 18 Uhr im Forschungsgebäude CeNTech in Münster öffentlich vorstellen. Außerdem wird der städtebauliche Rahmenplan für das Modellquartier konkreter. Eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. Das Modellquartier an der Busso-Peus-Straße ist Teil von insgesamt fünf geplanten Modellquartieren in Münster. Zusammen umfassen sie mehr als 120 Hektar. Weitere Quartiere sind an der Steinfurter Straße und entlang des Dortmund-Ems-Kanals geplant.