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Frauen mit Headsets, offenbar im Telefonat
© pxhere.com
Die Leitstelle Ems-Vechte beteiligt sich am Pilotprojekt „Verinet“, das die Notfallversorgung durch eine gezieltere Steuerung von Hilfesuchenden verbessern soll.
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Verinet startet in Nordhorn

Bundesweit ganz vorn: Die Leitstelle Ems-Vechte testet ab Oktober mit „Verinet“ neue Wege für eine gezieltere und effizientere Notfallversorgung.

Veröffentlicht: Donnerstag, 02.04.2026 11:04

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Nordhorn: Leitstelle Ems-Vechte testet neues Notfallprojekt

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Die Leitstelle Ems-Vechte startet ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt für die Notfallversorgung. Künftig sollen dort geschulte Fachkräfte Anrufende gezielter an Rettungsdienst, Arztpraxis, Pflegeangebote oder eine Videosprechstunde vermitteln. Ziel ist es, Fehlsteuerungen zu vermeiden und Notaufnahmen zu entlasten. Das Projekt „Verinet“ wird in Deutschland nur in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim und in Mannheim umgesetzt und erprobt den Ansatz damit sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum. Der Projektstart ist für den 1. Oktober 2026 geplant, der operative Betrieb - also die Praxisphase folgt im ersten Quartal 2027.

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Ziel: Mit Verinet die Notfallversorgung gezielter steuern

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Mit rund sieben Millionen Euro Innovationsförderung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) startet mit „Verinet“ ein bundesweit einzigartiges Projekt zur Verbesserung der Notfallversorgung in Deutschland. Die Leitstelle Ems-Vechte, die Notrufe für Rettungsdienst und Feuerwehr in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim koordiniert, ist eine von nur zwei Modellregionen in Deutschland. Der Hintergrund: In der Notfallversorgung kommt es bislang häufig zu Fehlsteuerungen. Wer den Notruf 112 wählt, bekommt nicht selten einen Rettungswagen, obwohl ein Arztbesuch am nächsten Tag oder an einem späteren Termin ausreichen könnte. Wer dagegen die 116117 kontaktiert, erreicht den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, obwohl im Einzelfall eher pflegerische Unterstützung nötig wäre. Viele Menschen suchen zudem aus Unsicherheit direkt eine Notaufnahme auf, obwohl diese vor allem für schwere und akute Fälle gedacht ist. Das führt zu unnötigen Einsätzen, überfüllten Notaufnahmen und einer zusätzlichen Belastung des Rettungssystems.

Genau hier setzt „Verinet“ an: Speziell geschulte Fachkräfte, die Case-Manager, lenken Hilfesuchende künftig gezielt in die passende Versorgung - etwa in eine Hausarztpraxis, eine Videosprechstunde, ein Pflegeangebot oder bei akuten Notfällen weiter in den Rettungsdienst. Es geht darum, die richtige Hilfe am richtigen Ort und zur richtigen Zeit zu organisieren. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das kürzere Wege, eine passendere Versorgung und eine bessere Orientierung im Gesundheitssystem.

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Pilotprojekt in ländlicher und städtischer Region

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Besonders an „Verinet“ ist, dass der Testlauf für das Projekt parallel in zwei sehr unterschiedlichen Regionen läuft: im städtischen Raum bei der Integrierten Leitstelle Mannheim und im ländlich geprägten Gebiet der Leitstelle Ems-Vechte. So lässt sich prüfen, ob die entwickelten Lösungen in verschiedenen Versorgungsstrukturen gleich funktionieren und bundesweit übertragbar sind. „Verinet“ steht für „Vernetzte und Integrierte Notfallversorgungs- und Einsatzsteuerung“. Geleitet wird das Projekt vom Institut für Gesundheits- und Life-Sciences-Recht der Technischen Hochschule Mannheim, das auch die gesundheitsrechtliche Begleitung übernimmt. Die versorgungswissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Universität Maastricht mit ihrem Care and Public Health Research Institute. Für die wissenschaftliche Evaluation ist das Wiesbaden Institute for Healthcare Economics and Patient Safety (WiHelP) der Hochschule RheinMain zuständig. Begleitet wird das Projekt zudem vom Verband der Ersatzkassen.

Das Vorhaben orientiert sich an den Empfehlungen der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung. Die Laufzeit beträgt drei Jahre.

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