
Warum der Iran-Krieg in der Region keine neue Energiekrise auslöst
Gaskundinnen und Gaskunden im Kreis Steinfurt müssen nach Einschätzung mehrerer Stadtwerke vorerst keine explosionsartigen Preissteigerungen befürchten. Das ergibt eine stichprobenartige Umfrage von RADIO RST unter kommunalen Energieversorgern in der Region. Zwar kann der Iran-Krieg den Energiemarkt beeinflussen, doch eine Entwicklung wie während der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine zeichnet sich derzeit nicht ab. Ein wichtiger Grund: Deutschland bezieht einen großen Teil seines Gases aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien - also nicht direkt aus der aktuellen Krisenregion. Hinzu kommt, dass viele Stadtwerke ihr Gas langfristig einkaufen, wie die Stadtwerke Greven etwa. So sichern sie Preise oft für zwei bis drei Jahre im Voraus ab und federn starke Schwankungen an den Energiemärkten ab. Auch deshalb wollen die Stadtwerke Rheine nach aktuellem Stand bis zum Jahresende 2026 keine Gaspreise erhöhen. Nach Angaben aus Greven hatte sich der Gaspreis während der Energiekrise zeitweise verzehn- bis verzwölffacht. Aktuell habe sich der Preis im Vergleich dazu deutlich moderater entwickelt und etwa verdoppelt. Auch diese Entwicklung geben die Versorger nach eigenen Angaben nicht automatisch eins zu eins an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter. Zusätzlich bindet das Gesetz für faire Verbraucherverträge aus dem Jahr 2022 die Stadtwerke an klare Regeln.
Bundesnetzagentur rechnet nur mit moderaten Anstiegen
Auch die Bundesnetzagentur sieht derzeit keine Entwicklung wie in der vergangenen Energiekrise. Behördenchef Klaus Müller sagt, dass der Iran-Krieg zwar moderate Preissteigerungen auslösen könne. Für viele private Haushalte gelten jedoch Preisgarantien von zwölf Monaten oder länger. Deshalb spüren viele Kundinnen und Kunden mögliche Veränderungen zunächst nicht sofort. Erst bei Anschlussverträgen könnten die Preise steigen. Beim Strom zeigt sich die Lage sogar entspannter. Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur sinken die Preise dort unter anderem wegen des saisonal hohen Anteils günstiger erneuerbarer Energien. Für Haushalte im Kreis Steinfurt bedeutet das: Energie kann zwar teurer werden, doch eine neue Preisexplosion beim Gas gilt derzeit als unwahrscheinlich.