
Widerstand im Münsterland: Aktionsfahrplan gegen Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus
Noch vor Beginn der NRW-Osterferien am 30. März 2026 könnte der erste von bis zu 152 Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich über 170 Autobahn-Kilometer ins Zwischenlager Ahaus rollen. Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände bereiten sich mit einem Aktionsfahrplan auf die Proteste vor. Auftakt ist am Donnerstag, 19. März 2026, um 18 Uhr mit einer Mahnwache vor dem Rathaus in Ahaus - parallel zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung der Atommüll-Behörden und bundeseigenen Zwischenlager-Verwalter ab 19 Uhr. Die Initiativen kritisieren scharf, dass die verantwortlichen Minister aus Berlin und Düsseldorf nicht persönlich erscheinen und die Arbeit an untergeordnete Ebenen delegieren.
Mahnwachen, Demos und Dauerkundgebungen am Transporttag
Am Transporttag wird es um 18 Uhr jeweils eine Kundgebung vor dem Forschungszentrum Jülich geben sowie eine Demo ab Bahnhof Ahaus in die Innenstadt. Ab 20 Uhr ist eine nächtliche Atommüll-Dauermahnwache vor dem Zwischenlager in Ahaus-Ammeln angemeldet.
Die beteiligten Initiativen erklären, sie seien tief enttäuscht von der Bundes- und NRW-Landesregierung. Seit 16 Jahren kämpften sie gegen die Atommüll-Pläne, ohne dass je eine konstruktive Lösung gesucht worden sei, um die hochgefährlichen Transporte über die Autobahnen von NRW zu verhindern. Statt in Jülich ein neues, sichereres Zwischenlager zu bauen, befürchteten sie eine Dauerlagerung in der Lagerhalle in Ahaus, deren Genehmigung bereits 2036 auslaufe. Ohne Klärung der Endlagerfrage sei jeder Transport nach Ahaus eine Reise ohne Ziel - hochradioaktiver Atommüll gehöre nicht auf die Autobahn.
"Minister sollen Verantwortung übernehmen"
Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen kritisiert, dass sich die zuständigen Minister auf Bundes- und Landesebene nicht persönlich den Fragen und Sorgen der Bevölkerung stellten. Dies sei eine Bankrotterklärung der Politik. Am Donnerstag, 19. März 2026, müssten die vier verantwortlichen Minister:innen in Ahaus auf dem Podium sitzen - und nicht nachgeordnete Behörden. Erstmals in 16 Jahren bestehe die Gelegenheit, auf höchster Ebene über eine politische Lösung der Atommüll-Frage zu sprechen - noch sei es nicht zu spät.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen von einem sehr kurzfristigen Bekanntwerden des Transporttermins für den ersten Castor aus.